Nach Gotland

Kaum hatte ich meine Seekarten habe ich mich in die Schären aufgemacht. Ein nur kurzer Trip von nominell 10 Meilen wird aber schnell deutlich länger, wenn man immer noch gegen den Wind aufkreuzen darf. Meinen Ankerplatz erreichte ich am späten Nachmittag und habe mich sehr über eine einsame Ankerbucht gefreut. Nach dem Segelpacken war es Zeit für ein kleines Nachmittagsschläfchen aus dem ich von einem in einer Ankebucht völlig unerwarteten geräusch geweckt wurd- Bugstrahlruder. Wozu man das beim frei Ankern braucht ist mir ein Rätsel. Am Ende lagen neben Jane noch die dänische Bugstrahlruder-Yacht und ein Holländer in der Bucht. Vor dem Abendessen bin ich noch an Land gerudert und habe die Schäre etwas erkundet.

Am folgenden Tag, das war Donnerstag der 19. Juli, hab ich mich dann auf die etwas weitere Reise an die Nordspitze von Öland gemacht. Dort gibt es Grankullavik, eine große Bucht, die einen schönen Naturhafen bildet. Der Hafen in dieser Bucht heißt Nabbelund und besteht im Wesentlichen aus einem ausrangierten Fährterminal von wo aus sicher einmal Fähren zum Festland und nach Gotland gefahren sind. Daneben gibt es einen wackeligen Steg, den zu begehen sich auch beim dritten und vierten mal nach Abenteuer anfühlte. So gesehen wäre mir etwas entgangen, wenn ich geankert hätte.

Von Nabbelund ging es am Freitag dann nach Gotland. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, unbedingt Visby, das alte Zentrum für den Ostseehandel der Hanse zu besuchen. Also nochmal 50 Meilen bei nicht besonders guten Windverhältnissen, der Motor hats in den letzten 2,5 Stunden mal wieder gerichtet. Die Stadt hat sich viel ihrer alten Substanz erhalten ist allerdings auch eine entsprechende Touristen-Attraktion, die meisten davon übrigens Schweden. Allerdings wurde auch hier im Haffen wieder extrem lautstark Party gemacht,. Der ausserordentliche Sommer muss in Schweden auch ausserordentlich gefeiert werden habe ich das Gefühl. Am Samstag habe ich mir ein Auto gemietet und die Insel etwas erkundet. Zunächst habe ich mir eine Höhlen angeschaut, eine dreiviertel Stunde in einer kühlen Höhle zu verbringen ist bei den aktuellen Temperaturen eine echte Wohltat. Danach bin ich aufs Geratewohl querfeldein gefahren und hatte innerhalb kürzester Zeit die Asphaltstrassen hinter mir 😉
Nach einem Stop zum Essen habe ich noch eine Klosterruine besucht und im selben Ort die lokale Whisky-Destille entdeckt. Leider gab es keine Möglichkeit den Whisky dort direkt zu probieren oder zu kaufen. Als ich am Abend aber in einem charmant aussehenden Restaurant noch ein Glas Wein und einen Käseteller bestellt habe, las ich in der Karte, dass sie den lokalen Whisky im Programm haben. Nach Wein und Käse gabs also noch einen Whisky. Da in Schweden stärkerer Alkohol (dazu gehört auch Bier mit knapp 5%) nur im “System Bolaget” verkauft werden darf, konnte der Wirt mir keine der 5 cl-Flaschen zum Mitnehmen verkaufen. Also habe habe ich noch einen bestellt und um die Kappe der Flasche gebeten … ;-P
Foo- das wird unser Begrüssungsdrink.
Da der Wind laut Vorraussage heute keine gute Passage Richtung Festland versprach, habe ich einen weiteren Liegetag eingelegt und neben Faulenzen, Wäsche waschen, gut essen und trinken nochmal Zeit mit Stadtrungang und Einkäufen verbracht- Habe endlich neue Flipflops nachdem die alten über Bord gegangen sind.

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Sandhamn-Kalmar
KNabbelund-Visby

3 Gedanken zu „Nach Gotland

  1. Gute Idee, auf Gotland ein Auto zu mieten! Radsteuerung und Klimaanlage sind ja manchmal auch nicht zu verachten. ‘Jane’ macht ‘ne prima Figur, muss ich sagen, aber irgendwie fehlt doch ab und an ein Selfie des Skippers…! Lieben Gruß und beste Wünsche von Michael

  2. Auch ohne Selfie möchte ich sagen: Wenn die Fotos repräsentativ sind, hat sich allein für Gotland schon die Reise gelohnt. Da muss ich irgendwann auch mal hin.
    An der Westküste hat unterdessen Lotte ein paar Tage unsere Flottille wohlwollend begleitet.

  3. Wunderschöne Fotos Kompliment sitzen am kreuzpunkt von Inn und Sanna und haben gestern die Mondfinsternis genossen und verfolgen gespannt deine Fährte! Birgit die Skipperin plus Peter der Tourenganger in den Bergen

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