letzte Mail von Bord und Werft

Die letzten Tage waren derart vollgepackt, daß ich einfach keine Zeit hatte zu posten.

Hier also die letzte Mail von Bord und was danach geschah…

Mittwoch, also der 29.6. war dann der Tag, an dem Boot aus dem Wasser sollte. Auf meine Hilfe mußte ich bis 12:30h warten, aber ich wollte es mir ohnehin nicht nehmen lassen nochmal beim Frühstück im Cockpit zu sitzen, dem Glucksen der Wellen unter den Landungen der Planken zuzuhören und beim Duft von frischem Kaffee Hafenkino zu schauen. An dieser Stelle auch nochmal Dank an Bernd und Carmen die mir ihre weissen Sitzkissen fürs Boot vermacht haben und solche Momente noch etwas bequemer und gemütlicher gemacht haben.Wenn ich die Bilder von Gerd bekomme könnt ihr hoffentlich auch mal sehen, wie gut die Kissen sich auf dem Boot machen 😉

Leider hat das mit der Tränendrüse und den 100 Dosen Bier nicht geklappt, also mußte ich mal wieder Bluten, diesmal finanziell. 1800 Kronen mußte ich am Ende berappen plus ein Abendessen für Donald, einen Australier, der mehr oder minder auf seiner Replica eines Arbeitsseglers aus dem 19. Jahrhundert lebt und in Dänermark wegen seines Bootes hängen geblieben ist. Donald hat mir seine Hilfe einfach so angeboten und wollte nichts dafür. Insofern war die Einladung zum Essen das mindeste und mir eine Freude.

Mit dem manuellen Kran, den keiner von uns kannte haben wir zu viert 5 Stunden gebraucht bis das Boot sicher verzurrt auf dem Trailer stand, mein Gott, war das eine Aktion. Aber es ist alles gut gegangen und nicht zu guter letzt auch noch das Boot aus dem Kran gefallen. Das Resultat eines solchen Malheurs habe ich am Donnerstag auf der Werft in Grödersby gesehen. Aber weiter der Reiher nach…

Nach dem Abendessen hab ich mich dann auf den nach Helsingør gemacht, um das Wintergestell und noch ein paar andere Dinge abzuholen die noch beim Vorbesitzer auf Abholung warteten. Von dort aus ging es dann nach Grödersby zur Werft von Stefan Ernst Schneider. Dort kam ich um kurz nacht 8h an und wurde von Stefan mit den Worten begrüßt “Ah, das Hochseegängige Folkeboot mit der Leckage…”.

Zu einer schlagfertigen Antwort war ich nach 24 Stunden auf den Beinen nicht fähig, Bekam aber gleich einen frischen Kaffee angeboten 🙂 Dann haben wir das Boot vom Trailer auf einen Wagen der Werft umgeladen. Für die Durchsicht des Bootes musste ich es dann noch leerräumen womit ich geraume Zeit beschäftigt war. Kaum zu glauben, was da alles an Kram drin war in diesem kleinen Boot.

Nach einem kurzen Nickerchen in meiner Koje kam dann die Durchsicht und die Besprechung, was zu machen sei. Die Frage, die mir dabei am wichtigsten war: “Ist das Boot so marode, dass es sich nicht mehr lohnt?” Und an dieser Stelle kam bei mir dann doch Erleichterung auf. Das Boot ist alt, ja, aber die Substanz gut genug, dass ich die bisherigen Ausgaben nicht bereuen muß!

Nach Besprechung der durchzuführenden Arbeiten mußte ich mich auf den Weg machen, um den Trailer zurückzubringen, was ich dann pünktlich um 19:00h in Bargteheide tat. Und dann nach hause, oder wieder ins Rheinland?

Ich entschied mich fürs Rheinland, da Stephan, ein alter Freund aus Internatszeiten für kurze aus Brasilien hergekommen war. Mit kurzen Powernaps hielt ich mich aufrecht, bis ich Duisburg erreichte und meinen Bruder um einen Schlafplatz bat. Dann erstmal 10 Stunden geschlafen.

Vorläufiges Resümee:

Ein Folkeboot ist ein tolles Boot, die gefühlte Windstärke liegt ein bis zwei Beaufort über der tatsächlichen (von Helsingør nach Kastrup waren es tatsächlich 5 Beaufort) und interessante Leute lernt man in jedem Hafen kannen.

So, die Plattitüden sind mir ausgegangen- na vielleicht nicht wirklich … 😉 aber es bleibt spannend. In zwei Wochen muss ich das Boot abholen, da die Werft dann eine Sommerpause macht.

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